Spielaufnahmen im Jugendfußball
Leitfaden für Vereine · VidiCoach · Stand 26. September 2026
Wer Spiele seiner Jugendmannschaften filmt und auswertet, verarbeitet
Aufnahmen von Kindern. Das geht mit VidiCoach gut – der Verein muss aber
ein paar Dinge regeln. Diese Seite fasst zusammen, was dazugehört, und
stellt Vorlagen bereit.
Keine Rechtsberatung. Die Vorlagen sind Muster. Lasst
sie vor der Verwendung prüfen – etwa vom Datenschutz-Ansprechpartner
eures Vereins oder Verbands oder von einer Anwältin.
1. Wer wofür verantwortlich ist
- Der Verein entscheidet, ob gefilmt wird, wer Zugriff
bekommt und wie lange die Aufnahmen bleiben. Er ist für die Aufnahmen
verantwortlich.
- VidiCoach speichert und verarbeitet die Aufnahmen in
der Cloud im Auftrag des Vereins (Auftragsverarbeitung nach Art. 28
DSGVO). Was nur auf den Rechnern eurer Trainer liegt, erreicht VidiCoach
nicht – dafür ist der Verein allein zuständig.
2. Was der Verein regeln sollte
- Einwilligung der Eltern einholen. Vorlage unten. Bei
gemeinsamem Sorgerecht unterschreiben beide, ab 14 Jahren zusätzlich
das Kind. Die Einwilligung ist freiwillig: Wer nicht zustimmt, darf
dadurch keinen Nachteil haben – nicht beim Training, nicht bei
Aufstellung und Spielzeit. Elektronisch geht es auch, wenn ihr die
Zustimmung nachweisen könnt (Hinweise stehen in der Vorlage).
- Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit VidiCoach
schließen. Er regelt, was VidiCoach mit den Aufnahmen tun darf
und was nicht.
- Fristen einstellen. In VidiCoach legt der
Vereinsmanager unter „Aufbewahrung“ fest, wie lange Aufnahmen in der
Cloud bleiben (Voreinstellung 365 Tage) und wie lange Links zum Ansehen
gelten (Voreinstellung 28 Tage). Die Fristen in eurer Einwilligung
müssen dazu passen.
- Trainer einweisen. Links zum Ansehen können
weitergeleitet werden – also nur bewusst teilen. Notizen sachlich
halten, sie können Namen enthalten. Einen Freigabecode nur an die eine
Person geben, für die er gedacht ist.
- Klären, wie ihr mit Gegner, Schiedsrichter und Zuschauern
umgeht. Sie sind mit im Bild. Die Vorlage deckt nur die Kinder
eurer eigenen Mannschaft ab. Klärt mit eurem
Datenschutz-Ansprechpartner, wie ihr die anderen informiert – etwa
durch eine Absprache mit dem Gegner vor dem Spiel oder einen Hinweis am
Platz.
- Einen Widerruf umsetzen. Widerrufen Eltern ihre
Einwilligung, gebt ihr die betroffenen Aufnahmen nicht mehr per Link
weiter und veröffentlicht nichts mehr daraus. Bestehende Links
widerruft ihr im Programm über den Team-Knopf unter „Freigaben an
Externe“.
3. Was VidiCoach mit den Aufnahmen macht
- Zuerst lokal. Aufnahmen liegen auf dem Rechner des
Trainers. In die Cloud kommen sie nur, wenn ein Trainer ein Spiel
hochlädt oder Szenen mit dem Team teilt.
- Wer hineinsieht. Der Trainerstab der Mannschaft und
die Vereinsmanager eures Vereins. Öffnet jemand eine Mannschaft, in der
er nicht Trainer ist, wird das vermerkt – die Trainer sehen es. In der
Beta (bis 31. Dezember 2026) kann auch der Betreiber zur Fehlersuche
hineinsehen; auch das wird vermerkt.
- Links zum Ansehen. Sie öffnen ein Spiel im Browser,
ohne Anmeldung. Wer den Link hat, kann das Spiel ansehen und mit
VidiCoach herunterladen. Jeder Link lässt sich jederzeit widerrufen und
läuft nach eurer Frist von selbst ab; eine schon heruntergeladene Kopie
holt das nicht zurück. Gezählt wird nur, wie oft ein Link genutzt
wurde – nicht von wem.
- Freigabecode. Damit sieht ein einzelner externer
Trainer ein Spiel samt euren Szenen und Notizen und setzt eigene – etwa
ein Stützpunkttrainer, mit dem ihr zusammenarbeitet.
- Spieler verfolgen. Tippt ein Trainer auf einen
Spieler, folgt ihm die Software bis zum Ende der Szene. Das rechnet sie
auf dem Rechner des Trainers; das Bild verlässt ihn dafür nicht. Es gibt
keine Gesichtserkennung, keine Erkennung von Rückennummern und keine
Zuordnung zu Namen. Gespeichert wird nur der Weg des eingekreisten
Spielers durch das Bild.
- Live-Szenen am Handy. Trainer können während des
Spiels Szenen mit Uhrzeit und kurzer Notiz markieren. Sie werden nach
90 Tagen gelöscht.
- Speicherort. Konten, Szenen und Notizen liegen bei
Supabase in Frankfurt, die Videos bei Cloudflare in der EU.
- Keine Zweitverwertung. Keine Werbung, keine
Weitergabe an Dritte, kein Training von künstlicher Intelligenz mit
euren Aufnahmen.
- Löschen. Aufnahmen verschwinden nach eurer Frist
automatisch aus der Cloud. Trainer können ihr Konto jederzeit selbst
löschen; was sie mit dem Team geteilt haben, bleibt beim Verein.
Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.
4. Vorlagen
Einwilligung der Eltern
Word-Datei · Aufzeichnung, Auswertung, Links, Veröffentlichung
Herunterladen
Platzhalter in eckigen Klammern füllt der Verein aus. Punkte, die ihr
nicht nutzt – etwa die Veröffentlichung von Zusammenschnitten –, streicht
ihr ersatzlos.
5. Häufige Fragen
Lässt sich ein einzelnes Kind aus der Aufnahme nehmen?
Nein. Die Kamera nimmt das ganze Spielfeld auf. Fehlt für ein Kind die
Einwilligung, verzichtet der Verein deshalb darauf, die Aufnahmen per Link
weiterzugeben oder daraus zu veröffentlichen – so sieht es die Vorlage
vor.
Wo sehen Trainer, wer in ihre Mannschaft geschaut hat?
Im Programm über den Team-Knopf: Dort steht, wer außer den Trainern in
die Mannschaft sehen kann, und auf Knopfdruck, wer das in den letzten
90 Tagen getan hat.
Wie sperren wir einen Link?
Am PC über den Team-Knopf unter „Freigaben an Externe“, am Handy im
Spiel unter „Geteilte Links“ – jeweils mit „Widerrufen“. Der Link
funktioniert danach sofort nicht mehr.
Wen fragen wir bei Unklarheiten?
Zu eurer Einwilligung und zu euren Pflichten euren
Datenschutz-Ansprechpartner oder Verband. Zu VidiCoach selbst:
kontakt@vidicoach.com.